Außenstehende/Nicht-Betroffene haben Diabetes-Vorurteile, denn sie wissen oft nicht, dass Diabetes eben nicht gleich Diabetes ist. Diabetes ist in mehrere Typen unterteilt, die nach ihren Ursachen unterschieden werden. Entsprechend der verschiedenen Ursachen unterscheiden sich auch die Therapieformen der verschiedenen Typen gravierend voneinander. Vorgehen bei Medikation und Behandlung werden übrigens nicht nur in Bezug auf einen bestimmten Diabetes-Typ gewählt, sondern individuell einzeln, für jeden Patienten.
Entspannung will gelernt sein. Das kann nicht jeder. Ich beneide alle, die es können! Mir fällt es sehr schwer zu entspannen. Dabei ist es so wichtig auch mal runterzufahren, zur Ruhe zu kommen. Es ist kein Geheimnis, dass zu viel Stress nicht gesund ist. Jedenfalls dann, wenn auf die Anspannung keine Entspannung mehr folgt und zur chronischen Belastung wird. Der Kortisol-Spiegel bleibt dauerhaft erhöht, die Liste der möglichen Konsequenzen für die Gesundheit… zu lang, um sie hier alle aufzuführen. Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Muskelverspannungen, schlechte Stimmung, Müdigkeit, erhöhte Blutzuckerwerte, …
Wenn dir dieses „Mir ist momentan einfach alles zu viel!“-Gefühl überkommt, ist es schon wieder alle höchste Eisenbahn, sich zu überlegen, welche Stressquellen man reduzieren kann und sollte. Neue Prioritäten setzen, Gewohntes verändern ist angesagt.
Verurteile andere Diabetiker nicht ohne ihre Geschichte zu kennen, denn Diabetes empfindet jeder anders. Der eine managt seinen Diabetes nebenher, der andere empfindet ihn als kraftraubenden 24-Stunden-Job. Wir ticken nun mal nicht alle gleich. Was für den einen schlimm ist, ist es für den anderen noch lange nicht. Warum das so ist, hängt von vielen Faktoren ab, etwa Lebenserfahrung, Erlebnissen, sozialem Umfeld etc. pp. Man kann jedoch lernen, mit belastenden Situationen besser umzugehen.
Darum soll es heute aber nicht gehen. Vielmehr darum, dass der eigentlich so gewinnbringende Erfahrungsaustausch unter uns Diabetikern in Foren und sozialen Netzwerken nicht selten „ausartet“, weil wir auf Basis unserer eigenen langjährigen Erfahrung mit der Krankheit andere vorschnell verurteilen. Das funktioniert so aber nicht! Diabetes ist nicht gleich Diabetes und diesen empfindet jeder anders. Jeder von uns schreibt seine eigene Geschichte. Wir kennen unsere Geschichte, aber die des anderen oft nicht.
11 positive Aspekte für Diabetes? Nein, ich hasse ihn, den Diabetes, etwa die Blutzucker-Achterbahnfahrten, unerklärlich hohe oder niedrige Blutzuckerwerte, Blutzucker-Launen, „Spritzstellen“, kaputte Finger/Haut, nicht zu vergessen die Angst vor Folgeschäden und akuten Komplikationen wie etwa eine Hypo mit Bewusstlosigkeit, Verschätzen beim Essen oder beim Sport, blöde Kommentare und Vorurteile im Alltag… Ständig planen, rechnen und das Gefühl haben, dass es doch nichts bringt. Man hat nie Urlaub und die Gedanken kreisen stetig um den Diabetes, er raubt wertvolle Zeit, nervt, erschwert den Alltag.
ABER, ja, es gibt auch Momente, in denen ich mir denke: „Hui, danke Diabetes, gut, dass ich dich habe ;).“ Sie sind selten, aber es gibt sie. Ich rufe sie mir ab und zu mal wieder ins Gedächtnis, gerne dann, wenn ich meinen Diabetes am liebsten mal wieder in die Tonne kloppen würde.
Soll sich der Diabetes doch mal selbst dazu äußern ;)…
Der Diabetes spricht: Gut, dass du mich has(s)t: 11 positive Aspekte für Diabetes!
Die Sache mit der Motivation… Wenn einem etwas Spaß macht, dann ist man motiviert, falls nicht, dann wird die Sache hinausgezögert oder in einer unzureichenden Qualität erledigt. Was fehlt, ist oft der Beweggrund.
Blutzucker messen, BEs und Sport planen und berechnen, Insulin spritzen… So zu denken und zu handeln, wie eine funktionsfähige Bauchspeicheldrüse es bei Nicht-Diabetikern tut, macht nicht wirklich Spaß. So kommt es hin und wieder zu einer Motivationskrise. Kennen wir alle, da müssen wir uns nichts vormachen. Kein Wunder: Bei einer akuten Krankheit ist es deutlich einfacher, motiviert zu bleiben als bei einer chronischen, denn das Ende ist absehbar. Man hält sich über kurze Zeit an die Anweisungen des Arztes und hat das Ziel, die Genesung, schon vor Augen. Eine chronische Krankheit wie Diabetes hingegen erfordert einen langen Atem, da man sich ein Leben lang damit auseinander setzen muss. Diabetes verlangt uns viel ab. Wir erfahren täglich Misserfolge, obwohl wir uns an Therapievorgaben halten und uns stetig um gute Blutzuckerwerte bemühen. Da kann einen auch mal der Atem ausgehen. Nix wie raus aus der Diabetes-Motivationskrise!
Die Sache mit der Motivation: Blutzucker messen, BEs berechnen, Sport planen, Insulin spritzen und und und. Wem fällt der Alltag mit Diabetes da nicht schwer?