Kategorie: Allgemein

Low-Carb-Knödel

Rezept: Low-Carb-Knödel (ohne Getreidemehl+Zucker)

Statt Sorgen sollte man sich manchmal lieber Nudeln oder Knödel machen. Wir haben uns heute für Low-Carb-Knödel entschieden: Süße Kokos-Quark-Knödel. Wie auf Instagram angekündigt und versprochen haben wir heute auch das Rezept für euch aufgeschrieben. Es ist einfach nur ein Basis-Rezept für Low-Carb-Knödel. Wer den Geschmack von Kokosmehl nicht mag, kann dieses auch durch Proteinpulver oder Mandelmehl tauschen. Einfach ruhig mutig ein bisschen experimentieren, sollte mit Mandelmehl auch gut funktionieren. Dann könnt ihr die Low-Carb-Knödel auch deftig zubereiten. Hier haben wir für euch auch unsere Mehl-Austauschtabelle, falls ihr auch so viel Freude am Experimentieren habt und gerne Low Carb backt.

Wir finden die Kombi Kokos-Quark-Knödel mit ZUEGG Fruchtaufstrich Heidelbeere oder auch mit selbstgemachtem Mohnback ziemlich lecker. Auch Vanillesoße passt hervorragend dazu. Aber nun zum Rezept. Gutes Gelingen und guten Hunger!  

 

Zutaten:

  • 250 Gramm Magerquark
  • 60 Gramm Kokosmehl (Alternativ funktioniert auch XXX)
  • 2 Eier
  • 1 Esslöffel Flohsamenschalen
  • Prise Salz
  • Etwas Süße/Zuckeralternative nach Belieben (nicht unbedingt notwenig, wenn man ein süßes Topping verwendet)
  • ZUEGG Fruchtaufstrich (enthält ausschließlich Zutaten, die aus Früchten gewonnen wurden. Ohne Zusatz von Konservierungs-, Farb- und Aromastoffen. 

 

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten miteinander vermengen. 
  2. 20 Minuten in den Kühlschrank stellen
  3. Knödel aus dem Teig formen.
  4. Im Topf mit heißem Wasser zum Kochen bringen. So lange kochen lassen, bis die Klöße an der Wasseroberfläche schwimmen. 
  5. Nun kann man sie mit Marmelade, Zimt-Xucker, Frischkäse, Mohn, heißen Kirschen bestreichen. 

 

 

Diabetesfreizeiten

Freizeiten für Kinder mit Diabetes

Diabetes-Freizeiten sind spezialisierte Ferienlager, in denen Kinder mit Typ-1-Diabetes Urlaub machen, ohne „anders“ zu sein. Der Fokus liegt auf dem Gemeinschaftserlebnis und der Stärkung der Selbstständigkeit.

​Das erwartet die Kinder:

  • Normalität: Alle Teilnehmer haben Diabetes; Messen und Spritzen gehören ganz natürlich zum Alltag dazu.
  • Sicherheit: Ein Team aus Fachärzten und Diabetesberatern ist rund um die Uhr dabei und unterstützt beim Management von Blutzucker und Insulin.
  • Action & Spaß: Klassische Aktivitäten wie Sport, Spiele und Lagerfeuer stehen im Vordergrund, wobei die Profis im Hintergrund auf die Werte achten.
  • Lernen durch Austausch: Die Kinder lernen spielerisch von Profis und Gleichaltrigen, wie sie ihren Alltag mit der Erkrankung besser meistern.

​Kurz gesagt: Spaß wie in jedem Ferienlager, aber mit einem medizinischen Sicherheitsnetz aus Diabetesberater/ innen und geschulten Betreuer/innen, welche ihr Kind rund um die Uhr – aufmerksam, aber unaufdringlich beim Messen, Schätzen von Kohlenhydraten oder dem Umgang mit Pumpe und Sensor begleiten. Auch 2026 werden wieder gut organisierte und eng betreute Freizeiten bundesweit angeboten. 

Zeitraum

Event

Ort

Details

21.-28.03.2026

Diabetes-Kids Ski Event

Rudolfshütte, Österreich

Kinder, Teens & Eltern, Veranstalter Diabetes-Kids

https://www.diabetes-kids.de/skifreizeit-2026

13.-16.05.2026

Diabetes- Kids Ahoi

Großer Segeltörn am Wattenmeer

Harlingen

Niederlande

Kinder, Teens  10 – 16 Jahre + 1 Elternteil

https://www.diabetes-kids.de/diabetes-kids-ahoi-2026

22.-25.05.2026

Pfingscamp

Plön

Ab 13 Jahren

Veranstalter Zuckerschnuten

https://zuckerschnuten.diabetes-kids.de/

03.-07.06.2026

Kids Diabetes Camp

Bodensee, Deutschland

8 -13 Jahre

https://www.diabetiker-bw.de/veranstaltungen/kids-diabetes-camp-am-bodensee/

13.06.2026

Diabetes Games 2026

Arnheim

Niederlande

Alle (Sportevent)

https://www.diabetes-kids.de/diabetes-games-2026

05.-17.07.2026

Schulungsferienlager

Hainewalde

Deutschland

Kinder & Teens 6 – 14 Jahre

https://zuckerstachel.de/contao/index.php/ferienlager.html

18.07.-01.08.2026

ÖDV Kinder- Schulungs-Camp

St. Gilgen

Österreich

8 – 12 Jahre

https://diabetes.or.at/kinder-jugend/termine-und-veranstaltungen

19.-25.07.2026

Diabetes Update (Jugend)

Obertauern

Österreich

14-18 Jahre

https://diabetes.or.at/kinder-jugend/termine-und-veranstaltungen

27.-31.07.2026

Camp Löwenstark

Leizen

Mecklenburg-Vorpommern

 

02.-11.08.2026

Diabetes- Sommercamp

(Deutscher Diabetiker Bund)

Wagrain

Österreich

Jahrgänge 2009 – 2018

https://www.diabetikerbund-bayern.de/kinder-jugend/aktionen/diabetescamp-2026

Sommer 2026

Circus Courage – Zirkus-Camp für Kids mit Diabetes und Zölliakie

Variiert

8-17 Jahre

https://www.diabetesde.org/circus-courage

08.08. – 14.08.2026

Reitercamp

 

8-16 Jahre

https://nrw.menschen-mit-diabetes.de/projekte/reitercamp/

 

 

 Die Top-Plattformen

  • Diabetes-Kids.de: Dies ist die größte deutsche Plattform für betroffene Familien. Im dortigen Event-Kalender werden fast alle bundesweiten Freizeiten, Segeltörns und Skiausfahrten gelistet.
  • Diabetikerbund.de: Die Landesverbände (vor allem Bayern und Baden-Württemberg) sind sehr aktiv und organisieren eigene Camps wie das „Wagrain-Camp“ oder das „Bodensee-Camp“.
  • Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher (BdKJ): Ein spezialisierter Verein, der oft eigene Ferienlager (z.B. in Karlsburg oder an der Müritz) anbietet

Ansprechpartner:

Bundesland

Organisation/ Ort

Web/ Kontakt

Bayern

Diabetikerbund Bayern e.V

diabetikerbund-bayern.de

Baden- Württemberg

Diabetiker BW 

Diabetiker-bw.de

NRW

DDH-M Landesverband NRW

nrw.menschen-mit-diabetes.de

Sachsen

Zuckerstachel e.V. 

diabetesferien.de

Sachsen

Diabetes Kids Leipzig

Diabeteskids-leipzig.de

Mecklenburg- Vorpommern

Klinikum Karlsburg (Sommerkurse)

Kinderdiabetes-karlsburg.de

Schleswig- Holstein

FMDSH e.V. 

fmdsh.de

Norddeutschland

Zuckerschnuten e.V.

Zuckerschnuten-nord.de

42 Faktoren

42 Faktoren, die den Blutzucker beeinflussen – und wie sie wirken

„Ich versteh` das nicht, ich habe doch genau das Gleiche gefrühstückt und hatte einen ähnlichen Ausgangswert – und meine Glukosekurve verläuft total anders als gestern! Das ist doch….“

Wir kennen alle solche Momente kennen, eigentlich ist doch alles wie die Tage davor und trotzdem sind die Glukosewerte heute ganz anders. Das nervt und die Frustration über solche Situationen ist mehr als verständlich. Es hilft vielleicht wenig, aber es mag euch ein bisschen trösten: es gibt ca. 42 Faktoren, die bei jeder Therapieentscheidung Ihrer Stoffwechselanpassung eine Rolle spielen.

Wichtig: Nicht jeder Faktor wirkt bei jeder Person gleich, und selbst bei ein und derselben Person kann die Wirkung an verschiedenen Tagen unterschiedlich sein.

Diabetes ist leider keine mathematische Gleichung sondern eine hormonelle Erkrankung. Die Behandlung kein Sprint sondern eine lebenslange Aufgabe. Aber es geht bei unverständlich hohen oder tiefen Werten nicht um „Schuld und Sühne“, wir haben nichts wirklich vorsätzlich falsch gemacht, sondern es ist eher zu vergleichen mit einem Krimi: Wir sind auf der Suche nach dem Täter, und – es ist nicht immer der Gärtner – oder der AID – Algorithmus. 

Deshalb ist die Datenanalyse der eigenen CGM – oder AID Daten der wichtigste Schritt zur möglichen Lösung, denn es kommen ja schließlich 42 Täter= 42 factors, als Ursache in Frage. Kein normales menschliches Hirn kann bei einer Therapieentscheidung:Wieviel spritze ich jetzt für dieses Essen? Wie stark und wann reduziere ich mein Insulin für den Sport?“ + alle 42 Faktoren in einem einzigen Gedankengang gleichzeitig berücksichtigen. Deswegen ist die retrospektive Analyse Ihrer CGM Daten – zuerst alleine, danach im Gespräch mit Ihrem betreuenden Diabetesteam meist der Schlüssel zur „kriminalistischen Lösung“. 

Der Hauptverdächtige ist oft, aber nicht immer,  die Mahlzeit: Wie war die Zusammensetzung und der glykämische Index? Welchen Spritz – Ess Abstand und welche Bolusvariante habe ich gewählt? Stimmte meine KE und FPE Schätzung? Wie hoch war mein aktives Insulin? usw. Gerade beim Mahlzeitenmanagement gibt es inzwischen viele Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen in Form von Literatur oder auch Apps, hier findet ihr ganz aktuell einen Artikel zu:

https://www.diabetiker.info/mahlzeitenschaetzung-mit-ki-wie-verlaesslich-ist-das/

Aber ein jahrzehntelanges Leben mit einem Begleiter braucht manchmal, wie in jeder anderen „Beziehung“ auch, etwas frischen Wind. Wie lange liegt deine letzte Diabetesschulung zurück? Brauchst du vielleicht noch mehr Informationen zur Funktionsweise deines Algorithmus, oder Informationen zu speziellen Lebenssituationen wie Urlaub, Sport, Katheterproblemen etc. Scheu dich nicht, dein Diabetesteam diesbezüglich anzusprechen oder auf diashop.digital bietet DIASHOP ganz viele kostenfreie Online-Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themenschwerpunkten an:

https://www.diashop.de/technik-zum-anfassen

Von Hautschutz bis zum Familienalltag mit Diabetes, Umgang mit CGM Systemen oder AID – Algorithmen bis hin zur Therapieanpassung beim Sport oder im Urlaub, auf Festivals, mehrmals im Monat erwarten euch informative Online-Veranstaltungen, Tipps und Hilfestellungen, um euren Tätern besser auf die Spur zu kommen und die Herausforderung der 42 Faktoren entspannter zu bestehen.

42 Faktoren, die den Blutzucker beeinflussen – und wie sie wirken

*Quelle: https://diatribe.org/diabetes-management/42-factors-affect-blood-glucose-surprising-update

Ernährung & Getränke

Faktor Wirkung Kurz erklärt
Kohlenhydratmenge Mehr Kohlenhydrate führen zu höheren Anstiegen.
Art der Kohlenhydrate Schnell verdauliche KH erhöhen stärker als ballaststoffreiche.
Ballaststoffe Verlangsamen die Glukoseaufnahme.
Fett Verzögert die Wirkung, späterer Anstieg möglich.
Protein Kann leicht erhöhen, besonders ohne KH.
Alkohol Kurzfristig ↑, später oft ↓ (Unterzucker-Risiko).
Koffein Kann Insulinempfindlichkeit senken.
Mahlzeitengröße Große Portionen → stärkere Anstiege.
Mahlzeitenzeitpunkt Späte Mahlzeiten erhöhen nächtliche Werte.
Dehydration Stresshormone steigen, Blut wird „konzentrierter“.

Medikamente & Insulin

Faktor Wirkung Kurz erklärt
Insulindosis Zu wenig ↑, zu viel ↓.
Zeitpunkt der Gabe Vor dem Essen wirkt anders als danach.
Insulinart Wirkdauer beeinflusst Verlauf.
Abgelaufenes Insulin Verminderte Wirkung.
Injektionsstelle Unterschiedliche Aufnahmegeschwindigkeit.
Pumpen-/Katheterprobleme Insulin kommt verzögert oder gar nicht an.
Steroide Erhöhen Insulinresistenz.
Andere Medikamente Können Werte erhöhen oder senken.

Bewegung & Aktivität

Faktor Wirkung Kurz erklärt
Leichte Bewegung Muskeln verbrauchen Glukose.
Intensive Bewegung Kurzfristig ↑ durch Stresshormone.
Trainingsdauer Längere Aktivität senkt stärker.
Trainingszeitpunkt Morgens oft andere Wirkung als abends.
Fitnesslevel Bessere Insulinempfindlichkeit.
Bewegungsmangel Glukose wird schlechter verwertet.

Körper & Hormone

Faktor Wirkung Kurz erklärt
Stress Ausschüttung von Glukose aus der Leber.
Krankheit/Infekt Entzündungs- und Stresshormone steigen.
Schlafmangel Erhöht Insulinresistenz.
Pubertät Hormonell bedingte Insulinresistenz.
Menstruationszyklus Schwankende Hormonspiegel.
Schwangerschaft Veränderte Insulinbedarfe.
Frühere Unterzuckerung Erhöht Risiko weiterer Hypos.
Verdauungsgeschwindigkeit Beeinflusst Timing der Anstiege.

Umwelt & Verhalten

Faktor Wirkung Kurz erklärt
Hitze Erweiterte Gefäße, schnellere Insulinaufnahme.
Kälte Stressreaktion des Körpers.
Höhenlage Veränderter Stoffwechsel.
Reisen/Jetlag Schlaf- und Essrhythmus verschieben sich.
Rauchen Erhöht Insulinresistenz.
Sonnenbrand Stress- und Entzündungsreaktion.
Häufigkeit des Messens Bessere Entscheidungen stabilisieren Werte.
Fully closed loop myeline

Erstes kommerzielles Fully Closed Loop: CamAPS Liberty

Eine neue Entwicklung könnte den Alltag vieler Menschen mit Typ-1-Diabetes deutlich erleichtern: Mit CamAPS Liberty stellen mylife Diabetes Care und CamDiab erstmals eine kommerziell verfügbare Fully-Closed-Loop-Option vor.

Die neue Funktion ist Teil der bekannten CamAPS FX-App und wird im automatisierten Insulinabgabesystem mylife Loop eingesetzt. Ziel ist es, die Diabetes-Therapie noch stärker zu automatisieren – und die tägliche Entscheidungsbelastung für Betroffene zu reduzieren. 

Was bedeutet „Fully Closed Loop“?

Bisherige automatisierte Insulinabgabesysteme arbeiten meist als Hybrid-Closed-Loop:

Sie regulieren die Basalinsulinabgabe automatisch, verlangen aber weiterhin manuelle Mahlzeitenboli und Kohlenhydratangaben.

Die neue Liberty-Funktion geht einen Schritt weiter.

Wenn sie aktiviert wird:

  • müssen keine Kohlenhydrate mehr gezählt werden
  • kein manueller Mahlzeitenbolus ist nötig
  • ein weiterentwickelter Algorithmus reagiert automatisch auf Glukoseveränderungen

Der Algorithmus versucht dabei, Glukoseanstiege frühzeitig zu erkennen und innerhalb festgelegter Sicherheitsgrenzen automatisch gegenzusteuern. 

Wie funktioniert das System?

Das System basiert auf drei Komponenten:

  • der Insulinpumpe mylife YpsoPump
  • der Algorithmus-App CamAPS FX
  • einem kompatiblen CGM-Sensor, etwa FreeStyle Libre 3 oder Dexcom

Der Sensor misst kontinuierlich die Glukosewerte, der Algorithmus berechnet daraus den Insulinbedarf und steuert automatisch die Insulinpumpe. 

Mehr Lebensqualität im Fokus

Nach Angaben der Hersteller soll die neue Funktion vor allem in Situationen helfen, in denen Diabetesmanagement besonders belastend sein kann – etwa bei Stress, Reisen oder unregelmäßigen Tagesabläufen. Das Ziel: weniger Therapieentscheidungen im Alltag und mehr Lebensqualität für Menschen mit Typ-1-Diabetes. 

Professor Roman Hovorka, Entwickler des Algorithmus, bezeichnete die Einführung als einen wichtigen Meilenstein für die Diabetes-Community und sprach vom Beginn einer kommerziell verfügbaren Fully-Closed-Loop-Technologie. 

Noch nicht für alle geeignet

Die neue Funktion befindet sich aktuell in der Markteinführung und ist noch nicht für alle Personengruppen freigegeben.

Laut Hersteller gilt derzeit:

  • nicht getestet für Schwangere
  • aktuell nicht empfohlen für Kinder unter 13 Jahren

Die Verfügbarkeit kann außerdem je nach Land und regulatorischer Zulassung variieren. 

Fazit

Mit der Einführung von CamAPS Liberty kommt die Diabetes-Technologie einen großen Schritt näher an das Ziel eines echten „künstlichen Pankreas“. Ein System, das Insulin vollständig automatisiert steuert – ohne Kohlenhydrate zählen oder Bolus abgeben zu müssen, könnte den Alltag vieler Menschen mit Typ-1-Diabetes künftig deutlich vereinfachen.

Quelle:

Pressemitteilung von mylife Diabetes Care und CamDiab, 10. März 2026

https://www.mylife-diabetescare.com

Blutzuckermessgerät Contour Next

Warum ein Blutzuckermessgerät trotz CGM weiterhin sinnvoll ist

Moderne CGM-Systeme (Continuous Glucose Monitoring) haben das Diabetes-Management revolutioniert. Sie zeigen Trends, warnen vor Unter- oder Überzuckerungen und liefern nahezu rund um die Uhr Glukosedaten.

Doch trotz dieser technologischen Fortschritte bleibt ein klassisches Blutzuckermessgerät ein wichtiger Bestandteil der Therapie – auch für Menschen mit rtCGM oder FGM.

CGM misst nicht direkt im Blut

Ein entscheidender Unterschied:

CGM-Systeme messen die Glukose im Gewebe (Interstitium), nicht direkt im Blut. Zwischen Blut- und Gewebezucker besteht eine physiologische Verzögerung von etwa 5–15 Minuten – insbesondere bei schnellen Veränderungen, zum Beispiel:

  • nach dem Essen
  • bei sportlicher Aktivität
  • bei schnellen Korrekturen
  • in Hypoglykämie-Situationen

In solchen Momenten kann eine kapillare Blutzuckermessung den aktuelleren Referenzwert liefern. Wenn Symptome und Sensorwert nicht zusammenpassen

Viele Menschen mit Diabetes kennen die Situation:

Der Sensor zeigt 110 mg/dl – aber man fühlt sich eindeutig unterzuckert.

In solchen Fällen empfehlen auch Fachgesellschaften, eine blutige Kontrollmessung durchzuführen. Sie dient als Sicherheitscheck und hilft, Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Sensorabweichungen erkennen

Auch moderne Sensoren können vorübergehend ungenau sein – etwa:

  • in den ersten 24 Stunden nach dem Setzen
  • bei Druck auf die Messstelle („Compression Lows“)
  • bei Dehydrierung
  • bei technischen Problemen

Ein präzises Blutzuckermessgerät ermöglicht es, diese Abweichungen zu erkennen und die Therapie entsprechend anzupassen.

Therapieentscheidungen absichern

Insulinabgaben – insbesondere größere Korrekturen – basieren auf konkreten Zahlen. In Situationen mit hohen oder sehr niedrigen Werten kann eine zusätzliche Blutmessung mehr Sicherheit geben.

Gerade bei:

  • schweren Hypoglykämien
  • stark erhöhten Werten
  • Krankheit
  • ketonverdächtigen Situationen

ist eine genaue Referenzmessung sinnvoll.

Backup für den Ernstfall

Technik kann ausfallen. Sensoren können sich lösen, Transmitter können Probleme machen, Smartphones können leer sein. Ein funktionierendes Blutzuckermessgerät bleibt daher ein essenzielles Backup – unabhängig vom verwendeten CGM-System.

Moderne Messgeräte: Mehr als nur „Fingerpieks“

Moderne Systeme wie das Contour Next bieten heute:

  • hohe Messgenauigkeit
  • Farbsignale zur schnellen Einordnung der Werte
  • Bluetooth-Übertragung an Smartphone-Apps
  • Speichermöglichkeiten für Verlaufskontrolle
  • Second-Chance® Sampling zur Vermeidung unnötiger Teststreifen

Damit ist das Blutzuckermessgerät kein Konkurrenzprodukt zum Sensor, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Fazit

CGM-Systeme liefern Trends, Alarmfunktionen und wertvolle Verlaufskurven. Die kapillare Blutzuckermessung liefert den direkten Referenzwert. Beides zusammen erhöht die Sicherheit, unterstützt fundierte Therapieentscheidungen und gibt Menschen mit Diabetes ein zusätzliches Maß an Kontrolle im Alltag.